„Trauer ist wichtig, um Verlust zu bewältigen“: Lions Club Wilhelmshaven unterstützt Trauerbegleitung für Kinder und Känguru-Sprachförderung mit insgesamt 3.900 Euro

„Trauer ist wichtig, um Verlust zu bewältigen“: Lions Club Wilhelmshaven unterstützt Trauerbegleitung für Kinder und Känguru-Sprachförderung mit insgesamt 3.900 Euro

Die Ev. Familien-Bildungsstätte bietet Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren aus Wilhelmshaven und Friesland eine Trauerbegleitung im Ev. Gemeinhaus in Heppens an. Der Lions Club Wilhelmshaven unterstützt diese Trauerbegleitung jetzt mit 1.700 Euro. „In ihrer Trauer brauchen Kindern ein Netzwerk von Menschen, in dem sie sich aufgehoben fühlen können. Die Trauerbegleitung der Familien-Bildungsstätte ist ein wichtiger Teil eines solchen Netzwerks“, sagt Rüdiger Schaarschmidt, Leiter der Ev. Familien-Bildungsstätte. Bei einem Treffen im neu gestalteten Trauerraum der Familien-Bildungsstätte im Gemeindehaus in Heppens übergaben Andreas Leonhardt als Präsident des Lions Club Wilhelmshaven und Lions-Vizepräsident Georg Becker symbolisch die Förderung. „Die Förderung von sozialen Projekten ist uns wichtig und daher unterstützen wir sehr gerne auch die Trauerbegleitung der Ev. Familien-Bildungsstätte“, sagt Andreas Leonhardt.

Unter der Leitung der therapeutischen Figurenspielerin und Gestalt- und Theaterpädagogin Silvia Zahn-Claus treffen sich im Evangelischen Gemeindehaus in Heppens regelmäßig Kinder ab 6 Jahren, die einen Familienangehörigen, einen Freund oder eine Freundin verloren haben und diesen Verlust in einem geschützten Rahmen verarbeiten wollen. „Manchmal tut es gut, einen Ort zu haben, der anders ist, als das alltägliche Umfeld, wo junge Menschen andere, ebenfalls vom Tod eines geliebten Menschen betroffene Kinder treffen können und neue Erfahrungen möglich sind, “ sagt Rüdiger Schaarschmidt.

Wenn Silvia Zahn-Claus von ihren Erfahrungen in der Trauerbegleitung der Kinder berichtet, dann sind das oft sehr berührende Geschichten. So etwa die eines Mädchens, das eine Odyssee mit Inobhutnahme und anschließendem Suizid der Mutter ertragen musste. Sie wusste zunächst nicht einmal, wo das Grab ihrer Mutter lag. Silvia Zahn-Claus hat deshalb Monate danach gesucht, bis sie es endlich gefunden hatte und mit dem Mädchen zum Friedhof gehen konnte. Erst nach einem dreiviertel Jahr konnte das Mädchen hier Abschied von ihrer Mutter nehmen: „In diesem Augenblick fiel alles von ihr ab und sie hat mit ihrer Mutter gesprochen.“

Interessenten an der Trauerbegleitung für Kinder nehmen am besten vorab Kontakt mit Pastor Rainer Claus unter (04421) 30 35 34 auf. Die Teilnahme ist für Kinder und Angehörige kostenlos.

Außerdem unterstützt der Lions Club Wilhelmshaven jetzt die „Känguru-Sprachförderung“ mit 2.200 Euro. Bereits seit fünf Jahren bietet die Familien-Bildungsstätte diese besondere Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund an: Nach dem Konzept „Känguru“ lernen Kinder ab 18 Monaten zusammen mit ihrer Mutter oder einer anderen nahen Bezugsperson in einer sehr kleinen Gruppe den Baukasten der Sprachen kennen und werden so in ihrer Entwicklung frühzeitig gefördert. Das Programm „Känguru“ wurde in Bonn entwickelt und wird seit 2015 in Wilhelmshaven und Friesland von ausgebildeten Fachkräften jeweils über einen Zeitraum von sechs Monaten angeboten. Dabei finden 32 Fördereinheiten an jeweils ein bis zwei Terminen pro Woche für etwa vier Kinder mit einem Elternteil statt, in der Regel der Mutter. Die mit Hilfe des Lions Club Wilhelmshaven und anderen Sponsoren nun kostenlosen Känguru-Kurse stehen allen Familien offen, die ihre Kinder beim Spracherwerb unterstützen möchten. Einzige Voraussetzung ist: Die Kinder müssen unter drei Jahren sein und von einem Elternteil oder einer Bezugsperson begleitet werden. Ein Känguru-Kurs findet regelmäßig, mindestens einmal pro Woche, in einer Kindertagesstätte, einem Familienzentrum oder einer Krabbelgruppe statt. Die Eltern werden intensiv und aktiv in den Sprachlern-Prozess mit einbezogen. So helfen sie ihren Kindern indirekt und profitieren auch selbst. Die Elternsprechen in der Muttersprache mit den Kindern, während die Kursleiterin Deutsch spricht. Erklärt wird alles mithilfe von Bildern und Gesten. Deutschkenntnisse müssen bei den Eltern nicht vorhanden sein. Die Kinder lernen die neue Sprache spielerisch, ohne Druck, in einem kindgerechten und von Kommunikation geprägten Umfeld. Weitere Informationen bei Elli Weiser in der Ev. Familien-Bildungsstätte unter (04421) 747 90 42 oder weiser@efb-friwhv.de.

Bei der Übergaben der Zuwendung von links Georg Becker (Lions), Andreas Leonhardt (Lions), Rüdiger Schaarschmidt (Ev. Familien-Bildungsstätte) und Silvia Zahn-Claus (Trauerbegleitung)
Figuren, die bei der Trauerbegleitung der Ev. Familien-Bildungsstätte in Heppens zum Einsatz kommen.
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